Corona Folgen - aussergewoehnliche Belastung des Naturschutzgebietes Ittertal

Corona Folgen – Aussergewöhnliche Belastung des Naturschutzgebietes Ittertal

Bericht einer Haaner Bürgerin über Auswirkungen der Corona Krise für die Umwelt durch zuweilen abenteuerliches Verhalten von Wanderern, Sportlern und auch Hundebesitzern

Aufgrund des Lockdown in der Corona Krise haben bei herrlichem Frühlingswetter zahlreiche Menschen ihre Umgebung neu entdeckt, Familien erwanderten den Neander Steig, Hundebesitzer entdeckten mit ihren Vierbeinern neues Terrain, Radfahrer nutzen die Chance auf regenfreie Ausfahrten bei angenehmen Temperaturen, Jogger und Mountainbiker betätigten sich sportlich,  leider nicht alle mit der geboten Rücksicht auf die Natur.

Die Corona Folgen: So wurden Pflanzen ausgegraben, abseits der Wege entstanden Trampelpfade im Unterholz, Schutzgebiete wurden als Liegewiesen oder Grillplätze genutzt. Auch Berge an Müll während des Corona Shutdowns zeugen von Gedankenlosigkeit und fehlendem Respekt gegenüber dem Landschaftsschutzgebiet.

Corona FolgenBarbara Leibelt wohnt im Ittertal und erlebt die „Corona Kollateralschäden“ vor ihrer eigene Haustür live mit: „Vielen ist überhaupt nicht bewusst, dass sie im Naturschutzgebiet unterwegs sind, dort bestimmte Regeln gelten, um Flora und Fauna zu schützen, -gerade in der Brut- und Setzzeit.

Regelmäßig spricht sie Spaziergänger an, wenn diese abseits der Wege unterwegs sind. Leider sind die Leute häufig nicht einsichtig: „Das wusste ich nicht, woher soll man das wissen, dann muss das abgezäunt werden, stellen Sie sich nicht so an, bald darf man gar nichts mehr, wir wollten nur den Kindern die Kaulquappen zeigen, man wird doch wohl noch mal …, wir machen ja gar nichts“, …

So ist eine 3-köpfige Familie, die mit Gummistiefeln inmitten des Itterlaufs unterwegs war, auch auf Ansprache und Begründung stur weitermarschiert! Und an einigen Stellen sind sogar Pflanzen (Schneeglöckchen, Osterglocken, u. a.) ausgegraben und mitgenommen worden.

Welche Folgen die Rücksichtslosigkeit hat, zeigt sich teils unmittelbar. „Bis vor 3 Jahren haben die Rehe bei uns in der Wiese ihre Kitze zur Welt gebracht und sich anfangs im hohen Gras und Unterholz aufgehalten. Seit die Hunde und Menschen bis zur Itter runterkommen – Trampelpfade zeugen davon – haben sie keinen sicheren Rückzugsort mehr und sind weg. Zudem seien die Kitze regelmäßig gerissen worden“, erzählt sie. Auch den Eisvogel habe sie seit 2 Jahren nicht mehr gesehen, die Enten im Teich seien regelmäßig von streunenden Hunde aufgeschreckt worden.

Ein Problem, dass durch den Corona Lockdown massiv mehr geworden ist, ist der Müll. Die Bandbreite reicht von Babywindeln, diversen Hygieneartikeln, Getränkedosen, befüllten Kotbeuteln, Papier- und Vliestüchern über Verpackungsmüll, besonders Pizzakartons und Bonbonpapier, Flaschen und massenweise Zigarettenstummeln (vorzugsweise im Bereich der Bänke) bis zu ganzen Schrankwänden/Sperrmüll (auf dem Parkplatz oder bei Schloss Casparsbroich). Häufig sind die Abfallbehälter auch voll gewesen und Raben und Krähen sind sehr dankbare Nutzer, die dann alles verteilen. Kaum ein Raucher sei sich darüber im Klaren, dass Nikotin ein Nervengift ist und den Kleinlebewesen massiv schadet. Plastik braucht bis 400 Jahre zum Verrotten und Bananenschalen 3 Jahre, was auch den wenigsten bekannt ist, führt Barbara Leibelt aus.

Wenn man den Leuten erklärt, was sie nicht sehen, würde mehr Einsicht herrschen, ist sie sich sicher. Aber das Wissen darum sei nicht selbstverständlich in Zeiten, in denen Kinder glaubten, Kühe seien lila und gäben Kakao. Da wäre ein Waldlehrpfad mit Infotafeln zur Flora und Fauna hilfreich. Wenn sich so viele Menschen auf engem Raum die Natur mit den Tieren teilen und die Pflanzen geschützt werden sollen, müssen alle aufeinander Rücksicht nehmen.

Leibelt sammelt regelmäßig mit mehreren Mitstreitern diese Hinterlassenschaften ein. Seit den Corona Lockerungen  sind Besucherzahlen und Müll zwar wieder leicht rückläufig, aber am Verhalten vieler Spaziergänger gibt es noch deutlichen Verbesserungsbedarf. Daher bittet Leibelt auf den Wegen zu bleiben und keine Abfälle zu hinterlassen, damit sich alle noch lange an der Natur erfreuen können.

Die Frau Union Haan unterstützt dieses Anliegen ausdrücklich. Wir sollten alle sorgsam mit unserer Natur umgehen, damit auch unsere Kinder und deren Kinder noch eine intakte, lebenswerte  Natur vorfinden, in der sie sich wohlfühlen und auch erholen können.

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